Alle Athleten des SV Reichenau hatten bei den diesjährigen Vereinsmeisterschaften am vergangenen Sonntag wieder die Möglichkeit, sich in verschiedenen Disziplinen zu testen. Von den ganz jungen Nachwuchs-Leichtathleten Leo und Till Kunkel sowie Henning Wurz, dem ein oder anderen Jugendlichen, dem eine vorabendliche- beziehungsweise frühmorgendliche- Geburtstagsparty noch etwas zu schaffen machte,  bis zum eigentlich reinen Läufer Stephan Okle war alles mit dabei. Dementsprechend Spaß machte nicht nur die Bewegung, sondern oft auch das Zuschauen bei einzelnen Disziplinen, wenn so manch einer etwas Probleme mit der korrekten Ausführung hatte.  

Pünktlich zum Start der ersten Disziplin, dem 100m-Sprint, hörte der Regen auf und hinterließ seine Spuren lediglich in der matschigen Aschenbahn und den entsprechend schmutzigen Schuhen. Danach ging es erst zur Weitsprunggrube und von dort zum Hochsprungplatz, bevor die Wurfdisziplinen an die Reihe kamen. Neben dem ein oder anderen, der versuchte, zumindest etwas Technik in den Speer- und Diskuswurf einzubauen, gab es auch einige sehr gute Würfe. Beim abschließenden 1000m-Lauf konnten die eher laufstarken Teilnehmer wieder einiges an Punkten aufholen und auch ihre Stärke ausspielen, sodass am Ende zufriedenstellende Gesamtergebnisse zustande kamen.

Anschließend wurde wieder traditionell und gemütlich zusammen gegrillt und die Siegerehrung durchgeführt. Neben den Athleten, die in den einzelnen Altersklassen fast alle einen Sieg mit nach Hause nehmen konnten, haben auch die Helfer durch ihr Stoppen, Messen, Notieren und Anfeuern zum Tageserfolg beigetragen.

Gruppenbild Vereinsmeisterschaften

Fünf Reichenauer gingen bei den Deutschen Meisterschaften über 10km Straßenlauf in der Kurstadt Bad Liebenzell an den Start. Jens Ziganke lief im Hauptlauf der Männer mit einer Zeit von 31:04min auf den starken 28. Platz und auf Platz 6 bei den zeitgleich ausgetragenen Baden-Württembergischen Meisterschaften. Nach 34:15min folgte David Jansen (Platz 142) und gab damit einen guten Einstand über die10km. Die Mannschaftsleistung komplettierte Stephan Okle in 37:24min (Platz 219). Tom Bork musste wegen Magenproblemen das Rennen leider vorzeitig beenden. Das Reichenauer Männerteam erreichte in der addierten Zeit von 1:42:43h in der Mannschaftswertung Platz 28 (in Baden-Württemberg Rang 9).

Im Rennen der Frauen zeigte Christin Wintersig eine sehr starke Leistung. Sie begann mit zügigem, aber lockerem Schritt. Auf den letzten Kilometern musste sie dann zwar einige Sekunden einbüßen, doch das Weiterkämpfen lohnte sich: Mit einer hervorragenden neuen persönlichen Bestleistung von 38:36min kam sie ins Ziel und war damit über eine Minute schneller als ihre bisherige Bestmarke. Damit landete sie in der baden-württembergischen Wertung auf dem Vizerang der U20 und bekam auf großer Bühne die Silbermedaille umgehängt. Auch im deutschen Gesamtfeld aller unter 23-Jährigen konnte sie sich den 14. Platz sichern.
So präsentierten sich die Leichtathleten von der Reichenau auf nationaler Ebene von ihrer besten Seite!

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Am Samstagabend waren Stephan Okle und Peter Wehrle beim Frauenfelder Stadtlauf am Start. Bei schwül-heißen Bedingungen galt es vier Runden mit je einem knackigen Anstieg sowie zahlreichen engen Kurven in der Altstadt zu bewältigen. Beide nahmen den Lauf als kleine Tempoeinheit auf dem Weg in Richtung Frankfurt Marathon mit. Stephan kam in 28:04min auf Platz 30 ins Ziel, Peter folgte mit zwei Sekunden Rückstand auf Rang 31.
Zwar kamen damit beide nicht in die Preisgeldränge, doch Stephan nahm den wohl hochwertigsten Preis mit nach Hause: Bei der anschließenden Startnummernverlosung gewann er ein Mountainbike im Wert von über 1000 Schweizer Franken.

Einen Doppelstart wagte auch David Jansen in Oberstdorf. Er genoss den Komfort, statt nicht einmal einer halben Stunde wie Christin, zumindest ca. 17 Stunden Pause zwischen seinen Läufen zu haben. Am Samstag stand ein 5km-Lauf auf dem Programm. Hier konnte er in der guten Zeit von 16:29min mit dem 2. Gesamtplatz bereits das Podium erreichen. Am Folgetag beim Halbmarathon steckte der 5er dann noch etwas in den Beinen. Bis etwa Kilometer 12 hatte er geführt, ehe sich die Beine mit Krämpfen meldeten und er drei andere Läufer vorbeiziehen lassen musste. Damit verpasste er das Podium knapp, landete aber mit der guten Zeit von 1:16 h auf der anspruchsvollen Strecke auf dem 4. Gesamtplatz und konnte die männliche Hauptklasse gewinnen.

Am dritten und letzten Abend der Fischbacher Abendsportfeste ging als einzige Athletin vom SVR Christin Wintersig an den Start. Um die Reichenauer trotzdem angemessen zu präsentieren, nahm sie gleich an zwei Disziplinen teil. Zunächst waren die 1000m an der Reihe: Sie begann wie meist defensiv und konnte gegen Ende doch noch am ganzen Feld vorbei ziehen, sodass sie ihren Lauf in 3:19,86min gewann. Nach etwa zwanzig Minuten Pause stand sie erneut an der Startlinie -zum Stundenlauf- bei dem innerhalb einer Stunde so viele Runden wie möglich gelaufen werden sollen. Sie begann locker eine Runde nach der anderen auf der mit Wasserpfützen gespickten Bahn zu ziehen. Gegen Ende konnte sie trotz windigen Verhältnissen nochmals beschleunigen, nach Ablauf der Stunde verbuchte sie gute 36 Stadionrunden auf ihrem Konto, was 14,53 Kilometern entspricht. Damit lief sie um fast ein Drittel weiter als die bisherige Inhaberin des Stadionrekords! Mit einem leichten Drehwurm ob der vielen gelaufenen Runden und etwas schweren Beine, aber zufrieden konnte sie wieder nach Hause fahren.

Am zweiten Abend der an drei aufeinanderfolgenden Freitagen ausgetragenen Reihe der Abendsportfeste in Fischbach waren Christin Wintersig über 3000m und beim Speerwurf Sabrina Schnell, Michaela Wintersig, Stefan Wilz, Joshua Hendrich und Marco Sättele am Start. Besonderheit beim Speerwurf war, dass dieser als Paarwettbewerb ausgetragen wurde. Das bedeutet, dass jeweils eine Werferin und ein Werfer als Team antreten und die Versuche addiert werden. Das Team bestehend aus Sabrina und Joshua belegte hierbei den 9. Platz, Michaela und Stefan landeten auf dem 10. Rang. Da Marco spontan doch mitgefahren war, tat er sich vor Ort mit einer österreichischen Werferin  zusammen. Das deutsch-österreichische Duo schaffte es auf den 5. Platz.

Im 3000m-Lauf war Christin Wintersig am Start. Entgegen ihrer eigentlichen Philosophie ging sie einfach mal mehr Risiko ein und begann das Rennen offensiver. Sie konnte sich von Anfang an an einen Mann hängen, nach dem ersten Kilometer an ihm vorbeiziehen und sich weiter nach vorne arbeiten. Durch Rufe vom Stadionrand merkte sie, dass sie in Richtung einer deutlichen Bestzeit unterwegs war. So konnte Christin weiterhin einen guten Schritt laufen und ließ die anderen Teilnehmerinnen weit hinter sich. Die kreativen Anfeuerungsrufe der fünf Reichenauer Speerwerfer trugen dann  zur Motivation auf den letzten Runden bei. Erst auf der Zielgeraden realisierte sie, wie schnell sie wirklich gelaufen war:  Mit der Zeit von 10:36,80min lief sie ganze 20 Sekunden schneller als ihre bisherige Bestleistung und verfehlte die Qualifikationsnorm für die Deutschen Meisterschaften nur knapp. Hochzufrieden mit allesamt guten Leistungen reisten die Reichenauer wieder ab.

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