Nicht nur Spaß, sondern auch einige sehr gute Ergebnisse hatte die siebenköpfige Leichtathletikgruppe des SV Reichenau beim Zehnkampf in Ulm. 

Als Abschluss der Sommersaison konnten Ina und Stefan Wilz, Michaela und Christin Wintersig, Jannis Gasser, Joshua Hendrich und Marco Sättele zeigen, dass sie zwar alle ihre Spezialdisziplinen haben, aber auch im Zehnkampf gut  abschneiden können. Dieser beinhaltet 100m-Sprint, Weitsprung, Kugelstoß, Hochsprung, 400m-Lauf, 110m Hürden, Diskus, Stabhochsprung, Speer und abschließend einen 1.500m-Lauf. Trotz der ausbaufähigen Trainingsmöglichkeiten auf der Insel wurden Christin und Marco sogar Gesamtdritte bei den Frauen und Männern! Und auch die anderen Vier erzielten einige neue persönliche Bestleistungen.

Der Samstagmorgen begann leicht verschlafen – Abfahrt um 6:00 ist schließlich schon früh….
So ist der Ein oder Andere beim 100m-Sprint erst auf den letzten Metern richtig schnell geworden oder hat beim Weitsprung das Bein etwas zu früh in den Sand gesetzt. Beim Kugelstoßen wurden die Geister langsam fitter, Marco stieß die Kugel gute 9,97m weit, Joshua 9,52m.  Der Hochsprung war dann der erste richtige Erfolg:  Nicht nur Marco, auch Jannis überwand die 1,68m und so stellten beide eine neue persönliche Bestleistung auf.

Mit bereits etwas mitgenommenen Beinen wurde der erste Tag mit dem 400m-Lauf beendet: Endlich konnten die Reichenauer zeigen, dass sie vor allem auch Laufen können. Michaela und Christin lieferten sich ein Kopf an Kopf-Rennen, das Christin schließlich mit 70,59 s vor Michaela (70,95s) für sich entscheiden konnte. Beide haben hiermit ihre Vorjahreszeiten deutlich verbessert! Auch die Jungs holten wieder einige Punkte auf: Marco war mit 55,35s sogar Tagessschnellster und holte bei dieser Disziplin für sich die meisten Punkte. Auch Jannis und Stefan liefen fast gleichauf,  Stefan war mit 60,79s nur minimal schneller als Jannis (60,95s) und konnte hier für sich ebenfalls die höchste Punktzahl erzielen.

Nachdem alle im Hotel geduscht und sich wieder frisch gemacht hatten, war das Ulmer Münster natürlich die sechste Disziplin des Tages (-und vermutlich fast die anstrengendste…)! 768 Stufen ging es über enge Wendeltreppen bis fast ganz oben auf den mit 161m höchsten Kirchturm der Welt. Zumeist ging es durch schmale Außentürme mit vielen, offenen Fenstern steil hoch, was Christin und Jannis etwas zu schaffen machte.  Schlussendlich standen alle auf der Plattform, auch wenn die Gründe für die Schweißperlen nicht immer die gleichen waren…

Gut gestärkt durch Abendessen, Schlaf und Frühstück ging es Sonntagmorgen in den „Hürdenwald“: Zuerst waren die Frauen an der Reihe, die zehn Hürden auf der 110m langen Strecke zu überwinden, dann die Männer. Trotz mangelndem Training konnten hier im  Vergleich zu den anderen Teilnehmern alle sehr gut abschneiden.  Ina musste nach einem Sturz kurz die Zähne zusammen beißen, lief aber tapfer bis ins Ziel. Danach war Stabhochsprung an der Reihe: Für manche die „spaßigste“- und für manche die heikelste  Disziplin.  Doch durch eine kleine, aber professionelle Hilfestellung eines Ulmer Trainers gelang es allen drei Mädels, sogar die 1,60m zu überspringen!  Ganz ohne Erfahrung ist es nicht einfach, überhaupt über die Latte zu kommen!
Die Jungs warfen zuerst Diskus, bevor sie endlich mit ihrem - seit dem Zehnkampf im vergangenen Jahr heiß ersehnten  - Stabhochsprung starten durften. Jannis, der als einziger noch nie einen Stab in der Hand hatte, bekam schnell ein Gefühl dafür und übersprang sogar 1,90m.  Stefan überwand 2,20m und Joshua scheiterte erst bei 2,80m. Bei Marco lief es leider nicht ganz so, er schied bei 2,40m aus, wenn auch das schon eine gute Leistung ist.

Im Speerwurf, eigentlich einer der stärkeren Disziplinen der Jungs, hatte Stefan dieses Mal leider kein Glück. Dafür warfen Marco mit 42,65m und Joshua (37,63m) die Speere mit am Weitesten.
Michaela und Christin zeigten eine gute Technik, allerdings klappte die Kombination aus Kraft und Technik noch nicht ganz so gut. Dementsprechend noch ausbaufähig sind auch die Weiten.

Dann endlich - ganz am Ende des Zehnkampfes- standen die 1500m-Läufe an. Fast alle hatten sich (wenn auch nicht offensichtlich) darauf gefreut, da sie hier ihre Qualitäten besonders ausspielen konnten. Der Ruf der „Läuferinsel Reichenau“ war auch in Ulm schon angekommen, bevor die anwesenden Reichenauer zeigten, was sie können!

Christin lief ein sehr starkes Rennen, nur drei Männer (darunter Jannis und Marco) waren etwas schneller. Mit einer deutlichen neuen persönlichen Bestzeit von 5:06,51min konnte sie 784Punkte sammeln! Kein anderer Teilnehmer erhielt bei einer einzelnen Disziplin mehr Punkte als sie! Michaela kam nach 5:40,16 min als zweite Frau ins Ziel. Wie auch bei den anderen waren die Beine auf der Zielgeraden einfach nur noch hart und ausgepowert.

Bei den Männern gab es zwei Läufe, den ersten machten Jannis und Stefan unter sich aus: Bis auf zwei Sekunden schaffte Stefan es, den Rückstand auf Jannis in der letzten Runde wieder aufzuholen. Der Frust war ihm trotz platter Beine anzusehen, als sich herausstellte, dass er (wenn auch nur minimal) langsamer als Christin war… Dennoch kamen Jannis nach 5:05,46min und Stefan nach 5:06,73min mit großem Abstand als erstes ins Ziel. Marco startete im zweiten Lauf, er gewann deutlich mit einer tollen Zeit von 4:49,01min und machte ebenfalls einige zuvor verlorene Punkte wieder gut.

Richtig überrascht war vor allem Christin, als sie bei der Siegerehrung mit exakt 3.500 Punkten plötzlich als Dritte aufgerufen wurde! Durch den Lauf hatte sie sich weit nach vorne katapultiert. Auch Marco, der durchweg gute Ergebnisse erzielte, wurde mit 5.277Punkten Dritter bei den Männern und knackte somit die 5.000Punkte-Schwelle. Michaela ist durch die 1.500m ebenfalls ein paar Platzierungen nach vorne gerutscht und wurde Neunte. Joshua wurde mit 4.662Punkten bei den Männern Neunter, Jannis kam mit 4.450Punkten auf den 10. Platz. Stefan hatte als jüngster Teilnehmer insgesamt 4.273Punkte gesammelt und wurde 12.bei den Männern.
Als jüngste Teilnehmerin wurde Ina mit 2.306 Punkten in der Schülerinnenwertung Erste.

Insgesamt hat der Zehnkampf wieder viel Lust und Motivation auf Training geweckt, mit angemessenen Trainingsvoraussetzungen ist bestimmt noch einiges mehr erreichbar! Wenn man die Gesamtergebnisse in Bezug zur momentanen Ausstattung  sieht, können die Reichenauer stolz auf ihre Leistungen sein.

2017 Jedermannzehnkampf Ulm

Zum Saisonabschluss traten vier Reichenauer Jugendliche bei den IBL-Nachwuchsmeisterschaften in Tettnang an. Felix Förstel (3:01min) und Jan Roszondai (3:03min) belegten in der Altersklasse M12 über 800m die Plätze 8 und 9. Im Weitsprung landete Jan (3,82m) auf Platz 12, Felix (3,77m) auf Rang 13. Im Kugelstoßen kam Felix mit 6,70m auf den 5. Platz, Jan erreichte im Ballwurf mit exakt 30 geworfenen Metern den 7. Platz.

In der M14 kam Joel Acker (23,86m) im Speerwurf auf den 9. Platz, Darien Mehnert (19,00m) landete einen Platz dahinter. In seiner Paradedisziplin dem Diskuswurf konnte Darien den Vizemeistertitel holen, mit 23,98m warf er die Scheibe sogar weiter als den Speer.

In der M15 lief Julian Förstel über 100m in 15,84 sec. auf den 4. Platz seines Vorlaufs. Sein Speer landete anschließend bei 25,28m.

Als insgesamt erfolgreichster Verein beim Halbmarathon und 10km-Lauf in Singen konnten die Läufer und Läuferin des SV Reichenau wieder für Aufsehen sorgen. Neben Christin Wintersig, die mit einer sehr starken Zeit Gesamtsiegerin des 10 Kilometer-Laufes wurde, konnten Jens Ziganke, David Jansen und Christoph Klauser die Halbmarathon-Mannschaftswertung gewinnen. Mit ihrer Gesamtzeit stehen sie nun sogar unter den Top 25 in Deutschland! Außerdem belegten die drei zusammen mit Peter Wehrle in der Internationalen-Bodensee-Leichtathletik-Wertung im Halbmarathon (IBL) Platz eins bis vier!
Christin konnte sich nach dem Start sofort an die Spitze des Feldes setzen und hatte von Beginn an nur fünf Männer vor sich, woran sich bis zum Schluss nichts änderte. Souverän lief sie die zehn Kilometer hinter dem Führungsfahrrad für die erste Frau durch das Umland von Singen. Mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 38:24min und einem großen Abstand auf die Zweitplatzierte überquerte sie als erste Frau und dementsprechend auch Jugendsiegerin die Ziellinie. Fabian Greiss hatte sich vorgenommen, an Christin dran zu bleiben, um endlich unter 40 Minuten zu laufen. Dies gelang ihm eindrucksvoll: Nur wenige Sekunden nach ihr erreichte er nach 38:49min das Ziel. Er verbesserte damit seine Bestzeit um fast zwei Minuten, gewann seine Altersklasse und wurde Gesamtachter.
Etwas später kamen die ersten Halbmarathon-Läufer ins Ziel: Nach nur zwei Kenianern lief Jens als erster Europäer mit einer Zeit von 1:09:58h über die Ziellinie und gewann den Internationalen-Bodensee (IBL) Titel! Mit Abstand, aber ohne einen anderen Mann zwischen sich und Jens folgte David nach 1:15:42h als Gesamtfünfter (eine Kenianerin war noch vor ihm) und wurde Dritter seiner Altersklasse. Christoph ließ nicht mehr lange auf sich warten. Nach 1:21:54h komplettierte er die Reichenauer Männermannschaft als Gesamtsiebter und Zweiter in der M30.
Peter ging das Rennen etwas zu schnell an, wofür er später leicht büßen musste. Dennoch kann er mit seiner Zeit von 1:26:56h voll zufrieden sein, zumal er in seiner Altersklasse auf den Bronzerang kam und so bei der Siegerehrung ebenfalls ein großes Paket mit Maggiprodukten in Empfang nehmen konnte. Hinter seinen Vereinskollegen vervollständigte er das IBL-Siegerquartett als Vierter. So hatte jeder der sechs Athleten bei der Siegerehrung mindestens einmal auf der großen Tribüne gestanden, die vor dem Singener Rathaus aufgebaut war!

Alle Athleten des SV Reichenau hatten bei den diesjährigen Vereinsmeisterschaften am vergangenen Sonntag wieder die Möglichkeit, sich in verschiedenen Disziplinen zu testen. Von den ganz jungen Nachwuchs-Leichtathleten Leo und Till Kunkel sowie Henning Wurz, dem ein oder anderen Jugendlichen, dem eine vorabendliche- beziehungsweise frühmorgendliche- Geburtstagsparty noch etwas zu schaffen machte,  bis zum eigentlich reinen Läufer Stephan Okle war alles mit dabei. Dementsprechend Spaß machte nicht nur die Bewegung, sondern oft auch das Zuschauen bei einzelnen Disziplinen, wenn so manch einer etwas Probleme mit der korrekten Ausführung hatte.  

Pünktlich zum Start der ersten Disziplin, dem 100m-Sprint, hörte der Regen auf und hinterließ seine Spuren lediglich in der matschigen Aschenbahn und den entsprechend schmutzigen Schuhen. Danach ging es erst zur Weitsprunggrube und von dort zum Hochsprungplatz, bevor die Wurfdisziplinen an die Reihe kamen. Neben dem ein oder anderen, der versuchte, zumindest etwas Technik in den Speer- und Diskuswurf einzubauen, gab es auch einige sehr gute Würfe. Beim abschließenden 1000m-Lauf konnten die eher laufstarken Teilnehmer wieder einiges an Punkten aufholen und auch ihre Stärke ausspielen, sodass am Ende zufriedenstellende Gesamtergebnisse zustande kamen.

Anschließend wurde wieder traditionell und gemütlich zusammen gegrillt und die Siegerehrung durchgeführt. Neben den Athleten, die in den einzelnen Altersklassen fast alle einen Sieg mit nach Hause nehmen konnten, haben auch die Helfer durch ihr Stoppen, Messen, Notieren und Anfeuern zum Tageserfolg beigetragen.

Gruppenbild Vereinsmeisterschaften

Fünf Reichenauer gingen bei den Deutschen Meisterschaften über 10km Straßenlauf in der Kurstadt Bad Liebenzell an den Start. Jens Ziganke lief im Hauptlauf der Männer mit einer Zeit von 31:04min auf den starken 28. Platz und auf Platz 6 bei den zeitgleich ausgetragenen Baden-Württembergischen Meisterschaften. Nach 34:15min folgte David Jansen (Platz 142) und gab damit einen guten Einstand über die10km. Die Mannschaftsleistung komplettierte Stephan Okle in 37:24min (Platz 219). Tom Bork musste wegen Magenproblemen das Rennen leider vorzeitig beenden. Das Reichenauer Männerteam erreichte in der addierten Zeit von 1:42:43h in der Mannschaftswertung Platz 28 (in Baden-Württemberg Rang 9).

Im Rennen der Frauen zeigte Christin Wintersig eine sehr starke Leistung. Sie begann mit zügigem, aber lockerem Schritt. Auf den letzten Kilometern musste sie dann zwar einige Sekunden einbüßen, doch das Weiterkämpfen lohnte sich: Mit einer hervorragenden neuen persönlichen Bestleistung von 38:36min kam sie ins Ziel und war damit über eine Minute schneller als ihre bisherige Bestmarke. Damit landete sie in der baden-württembergischen Wertung auf dem Vizerang der U20 und bekam auf großer Bühne die Silbermedaille umgehängt. Auch im deutschen Gesamtfeld aller unter 23-Jährigen konnte sie sich den 14. Platz sichern.
So präsentierten sich die Leichtathleten von der Reichenau auf nationaler Ebene von ihrer besten Seite!

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Am Samstagabend waren Stephan Okle und Peter Wehrle beim Frauenfelder Stadtlauf am Start. Bei schwül-heißen Bedingungen galt es vier Runden mit je einem knackigen Anstieg sowie zahlreichen engen Kurven in der Altstadt zu bewältigen. Beide nahmen den Lauf als kleine Tempoeinheit auf dem Weg in Richtung Frankfurt Marathon mit. Stephan kam in 28:04min auf Platz 30 ins Ziel, Peter folgte mit zwei Sekunden Rückstand auf Rang 31.
Zwar kamen damit beide nicht in die Preisgeldränge, doch Stephan nahm den wohl hochwertigsten Preis mit nach Hause: Bei der anschließenden Startnummernverlosung gewann er ein Mountainbike im Wert von über 1000 Schweizer Franken.

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