Mittlerweile fast schon traditionell reiste auch dieses Jahr wieder eine 14-köpfige Mannschaft ins Trainingslager nach Viareggio (Italien). Mit dem Ziel, nach dem Winter alle wieder fit zu bekommen, wurde der Tag früh begonnen. Um sieben Uhr wurden alle –auch die, die nicht selbstständig aufgestanden sind- aus den Federn zum Auftakt  an den Strand gescheucht.  Und das Laufen bei Sonnenaufgang am Meer gab jedem die nötige Frische und den Appetit, sich das Frühstück so richtig schmecken zu lassen!

Dank eines reichhaltigen Frühstücksbuffets gut gestärkt kam nach einer kurzen Verdauungspause die erste richtige Trainingseinheit: Auf dem Platz mehrere 800m-Läufe, Pyramidenläufe oder kurze Schnelligkeitsstrecken, damit man sich das Mittagessen auch verdiente. Mehr oder weniger zur Anstrengung gewillt, konnte sich doch jeder mal nicht mehr zurückhalten. Während Jens mehrere 400er lief, teilt sich der Rest für jeweils 200m auf. Dabei wurden vor allem Bruno und Timo vom Ehrgeiz gepackt und rannten alle zehn ohne Rücksicht auf die Anstrengung  Jens vorweg.

Am ersten Tag fiel das Mittagessen vom Hotel etwas spärlich aus. „Ernsthaft? Wie sollen wir mit nur Brötchen, Obst und Joghurt heute Mittag wieder laufen können?“ waren da so die Kommentare. Da es die nächsten Tage aber noch Nudeln dazu gab, konnte das Training uneingeschränkt fortgesetzt werden.

In der Pause nach dem Mittagessen schafften es einige nicht mehr aus den Betten, andere sonnten sich am Strand, gingen Kaffee trinken oder prominierten auf der Strandpromenade.

Hier gab es auch einiges zu beobachten: Dank des G7-Treffens in der naheliegenden Stadt Lucca wohnten wir neben Prominenz - unter anderem dem amerikanischen Außenminister. Mit vielen Polizeiwagen, Security, Feuerwehr und Straßensperren wurde das Nachbarhotel drei Tage lang 24h bewacht.

Nachmittags ging es dann weiter. Oft war ein langer Lauf am Strand oder im Wald angesagt. Nachdem sich beim ersten Mal so manch einer nicht mehr zurückhalten konnte und das Tempo in der vorderen Gruppe hoch gehalten wurde, ging es andere Male etwas ruhiger zu. Aber manchmal macht das schnelle Laufen doch einfach Spaß, was auch Stefan Wilz feststellen musste, selbst wenn man danach völlig platt ist…

Viareggio Strandlauf

Zwischendurch flogen dann die Speere am Strand. Da unter der Woche genügend Platz ist, fand das Training hier statt. Der ein oder andere Italiener schaute zwar etwas verdutzt, fand es am Ende aber vermutlich doch einfach originell. Da das Wetter durchweg sonnig war, wurde das Meer nach schweißtreibenden Einheiten regelmäßig  zur Abkühlung genutzt. Danach waren die Beine schon- fast…- von alleine wieder fit!

Der Tag haben wir dann immer gemeinsam in einer Pizzeria gemütlich ausklingen lassen.  Appetit war ausreichend vorhanden und auch das Bier schmeckt nach solchen Tagen einfach super. Den größten Hunger gestillt, wurde der anschließende Gang zur Eisdiele ebenfalls fester Bestandteil des Abendprogramms. Genauso die Bar, um die anstehenden Fußballspiele zu schauen, den Flüssigkeitsspeicher wieder aufzufüllen und ein eventuell im Magen verbliebenes kleines Loch mit italienischen Häppchen zu füllen.

An zwei Nachmittagen wurde auch Kultur gemacht. Dieses Jahr ging es noch einmal nach Lucca, um den Torre „Luigi“ (mit Olivenbäumen bewachsen) besteigen zu können, der letztes Jahr schon geschlossen war. Hier war es fast menschenleer, da wegen des G7-Treffens die halbe Innenstadt gesperrt und bewacht war. Das andere Mal war Florenz mit Ponte Vecchio, Rathaus, Dom und anderem an der Reihe. In Grüppchen aufgeteilt staunten die einen über den Ausblick vom Aussichtspunkt, die anderen gönnten sich auf einer Treppe etwas zu trinken oder bummelten einfach durch die Gassen.

So konnten wir dann eine sonnige Woche später mit zwar schweren Beinen, aber wieder fit, braungebrannt und zufrieden an den kalten Bodensee zurückfahren!

Viareggio Gruppenbild

Auf den Straßen von Freiburg und Berlin waren unsere Läufer in dieser Woche unterwegs. In der Stadt an der Dreisam liefen Christoph Klauser und Peter Wehrle. Christoph, der aufgrund einigem beruflichem Reisestress die letzten Wochen keine optimale Vorbereitungsphase hatte, konnte dennoch mit 1:20:29 Stunden eine gute Leistung abliefern, damit landete er auf dem 54. Platz. Peter kam in exakt 1:26:00 Stunden auf den 144. Gesamtplatz von über 6000 Startern.

Zeitgleich an der Spree war Jens Ziganke unterwegs. Beim mit 34.000 Teilnehmern größten deutschen Halbmarathon zeigte Jens eine hervorragende Leistung. Mutig lief er los, passierte die 5-Kilometermarke in 15:44 Minuten, nach 10 Kilometern standen 31:57 Minuten auf der Uhr. Die zweite Rennhälfte konnte Jens dann in gleichbleibend schnellem Tempo zurücklegen. Im Ziel zeigte die Uhr 1:07:26 Stunden an, womit er seine bisherige Bestleistung um eine knappe halbe Minute steigern konnte. Damit kam Jens auf den starken 24. Gesamtplatz und war sechstschnellster deutscher Läufer in dem international besetzten Feld.

Gemeinsam auf den Weg nach Oensingen (Kanton Solothurn) machten sich Peter Wehrle, Jens Ziganke und Stephan Okle. Man wollte das starke Feld bei den nationalen Meisterschaften der Nachbarn nutzen um eine schnelle Zeit auf den Asphalt zu legen. So richtig wollte dies aber nur einem der Dreien gelingen. Jens lief in einem unrhytmischen, von Tempowechseln geprägten Rennen in der Verfolgergruppe. Innerhalb dieser Gruppe konnte er sich gut behaupten und lief in dem hochdotierten Feld schließlich als Achter nach 31:14,6 Minuten über die Ziellinie. Weniger gut lief es bei Stephan und Peter. Stephan, der aufgrund muskulärer Probleme die letzten Wochen weitgehend auf schnelle Trainingseinheiten hatte verzichten müssen, musste nach der ersten Rennhälfte, die noch einigermaßen im Plan war, Tribut zollen und kam nach 38:21,1 Minuten auf dem 199. Platz ins Ziel. Bei Peter schien die Tagesform nicht zu passen, er kam nicht wirklich in Tritt, nach 39:06,0 Minuten lief er auf Platz 215 ins Ziel. Zufrieden zeigte er sich damit nicht, er sollte sich dennoch nicht zu viele Gedanken machen, schließlich bleiben noch genügend Wettkämpfe für eine Wiedergutmachung.

Weder ein Cross- noch der Nikolauslauf fand an diesem Tag in Stockach statt, dennoch fuhren vier Reichenauer Athleten dorthin.  Grund war die Sportlerehrung des Bezirks Hegau-Bodensee. Klaus Obergfell, David Jansen, Jens Ziganke und Stephan Okle hatten die Ehrungskriterien erfüllt und waren zur feierlichen Ehrung geladen. Klaus warf im letzten Jahr zwei badische Rekorde, sowohl im Hammerwurf, als auch im Kugelstoßen erzielte kein badischer Athlet der Altersklasse M85 jemals eine bessere Weite.  David, Jens und Stephan wurden für die Silbermedaille mit der Mannschaft bei den Baden-Württembergischen Waldlaufmeisterschaften geehrt, Jens zudem noch für seinen zweiten Gesamtplatz bei dieser Veranstaltung sowie ebenso Platz 2 bei den BaWü-Meisterschaften der Aktiven über 3.000 Meter.

Sportlerehrung Stockach

 Bei schönstem Wetter machte sich eine siebenköpfige Läufer- und Läuferinnengruppe des SVR und des TV Konstanz am Sonntagmorgen auf den Weg nach Schaffhausen zum 10km Frühlingslauf. Dabei kam es zu einigen neuen persönlichen Bestleistungen. Florian Röser vom TVK beendete die 6,5 zu laufenden Runden nach nur 30:20min. Neben einem haushohen Sieg bedeutete das sowohl eine neue persönliche Bestleistung als auch einen neuen Streckenrekord.

1. Fruehlingslauf Schaffhausen

Markus Wintersig wurde am Sonntag zum Zugpferd. Laura Knörr (TVK) hängte sich vom Start weg an ihn dran, Sandra Braun (TVK) und Christin Wintersig liefen ebenfalls nicht weit hinterher. So fühlte sich Markus gegen Ende verpflichtet, das Tempo durchzulaufen und zog so alle drei Mädels zu neuen Bestzeiten. Seine Gedanken, sich nicht ganz so sehr anzustrengen, wurden damit zunichte gemacht. Aber die Mühe lohnte sich, schon nach 39:00 min war er zufrieden im Ziel und wurde 4. in seiner Altersklasse.  Nur zehn Sekunden später lief Sandra Braun ins Ziel, gefolgt von Christin, die mit einer Zeit von 39:27min weit unter ihrer bisherigen Bestleistung bleiben und sich nach einem anstrengenden Lauf im Ziel nur noch freuen konnte. Sie kam in dem stark besetzten Feld hinter Laura (5.), Sandra (6.) auf den 7. Gesamtplatz und das bedeutete den Sieg in der U20. Zusätzlich zu den eh schon schweren Beinen hatte sie sich um eine Runde verzählt. Als sie sich bereits im Endspurt befand, stellte sie fest, doch noch eine Runde laufen zu müssen. Doch auch die wurde noch bewältigt. So wurden sowohl alle Konstanzer als auch die Reichenauerin bei der Siegerehrung mit Preisen in Form eines Beutels mit Müsliriegeln, Keksen, Obst, Saft und gekochten Eiern belohnt. Nach dieser Anstrengung konnte dann der Nachmittag entspannt in der Sonne genossen werden.

Sucht man nach einem schnellen 10er, führt kein Weg am Bayerkreuz vorbei. Daher machten sich Stephan Okle und Jens Ziganke auf den Weg nach Leverkusen um dort schnelle 10km zu rennen. Vier flache Runden mit langen Geraden gilt es im sogenannten Chempark, einer Aneinanderreihung verschiedener Chemiefabriken, insbesondere diejenige mit den bekannten Kopfschmerztabletten, zu überwinden. Etwas Kopfschmerzen bereiteten dann die Wetterverhältnisse am Sonntag, starker Wind ließ die Hoffnung auf schnelle Zeiten etwas dahinschwinden. Jens lief anfangs in der Spitzengruppe mit, musste im Verlauf des Rennens aber etwas abreißen lassen, wodurch er lange Zeit allein im Wind laufen musste. In 31:31 min kam er auf den 9. Platz in dem stark besetzen Feld. Auch Stephan, der anfangs noch auf Kurs in Richtung 36:30 min war, verlor im Kampf gegen den Wind einiges an Kraft und lief die Kilometerabschnitte auf der zweiten Hälfte alle einige Sekunden langsamer als geplant. In 37:04 min kam er auf den 114. Platz.  Angesichts der Windverhältnisse gehen die Leistungen in Ordnung, bei optimalen Bedingungen liegen bei beiden noch einige Sekunden drin.

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