Mit der in der Breite derzeit bestens aufgestellten Reichenauer Mannschaft stand der Tübinger Nikolaushalbmarathon auf dem Plan, auch um dort in der Mannschaftswertung vorne mitzumischen. Da beim Nikolauslauf fünf Läufer in die Mannschaftswertung kommen und diese Wertung dort einen hohen Stellenwert besitzt, war der Reiz besonders groß. Sehr viele starke Vereine messen sich dort Jahr für Jahr am zweiten Adventsonntag. Mit sechs Mann rückte der SVR an, zuvor hatten allerdings einige Hürden genommen werden müssen. Die Einsätze von Peter Wehrle (langwierige Verletzung) und Christoph Klauser (hartnäckige Erkältung) standen bis zuletzt auf der Kippe. Letztlich waren aber alle am Tag X einsatzfähig. Die letzte Hürde war eine Polizeikontrolle bei der Autobahnauffahrt Markelfingen um kurz nach sieben Uhr. Das Vorhaben zum Nikolauslauf zu fahren erschien dem Polizisten dann auch schnell glaubwürdig, schließlich waren wir schon die vierten die dieses Ziel an diesem Morgen ihm gegenüber geäußert hatten. In Tübingen blieb dann entgegen den Vorhersagen die Sonne fern, die Temperaturen verharrten somit um den Gefrierpunkt. Warm wurde es dennoch allen auf der Strecke, der Kurs über 21,1 Kilometer beinhaltet 320 Höhenmeter, die kontinuierlich über die Strecke verteilt sind. Besonders giftig ist ein etwa 300 Meter langer Anstieg, den es gar zwei Mal zu bewältigen gibt. Extrem stark präsentierte sich nach seinem Vorjahressieg wiederum Jens Ziganke. Nachdem lange Zeit eine recht große Gruppe vorne lief, konnte Jens sich absetzen und in 01:10:33 Stunden vor dem 2:18 Std.-Marathonläufer Markus Weiß-Latzko (Sparda-Team Rechberghausen) und dem Tübinger Lokalmatadoren Lorenz Baum (Halbmarathonbestzeit 1:06 Std.) gewinnen. Damit blieb er auch 20 Sekunden unter seiner Vorjahreszeit. Zweiter Reichenauer Läufer war David Jansen, der profilierte Streckenführungen zu lieben scheint. Lange hielt er sich in der Gruppe um die mit mehr als 40 deutschen Meistertiteln gesegneten Olympiateilnehmerin Sabrina Mockenhaupt  auf, von der er auch ein kleines Andenken in Form eines blauen Flecks durch einen Tritt in die Hacken erhielt, für den die sympathische Siegerländerin sich aber auch umgehend entschuldigte. David durchquerte die knackige Strecke souverän und wurde im Ziel in starken 1:21:25 Stunden gestoppt. Damit hatte er bereits einigen Vorsprung auf seinen Trainingskameraden Stephan Okle aufgebaut, der in 1:26:08 Stunden folgte. Mit der Leistung war auch er durchaus zufrieden, obwohl seine Halbmarathon-Bestzeit deutlich schneller ist, die schwere Strecke ist nicht für schnelle Zeiten ausgelegt, hier geht es eher um den Kampf Mann gegen Mann, ähnlich wie bei Crossläufen, nur eben über eine längere Distanz. Hinter Stephan überraschte Peter Wehrle, nach monatelangem Trainingsausfall wegen einer Verletzung, mit einer sehr guten Leistung, die er so selbst nicht erwartet hätte. Er lief heuer etwas vorsichtiger an und konnte das Tempo durchweg konstant halten. So lief er in 1:28:48 Stunden ins Ziel und brauchte damit nur etwa eine Minute länger als im Vorjahr. Es geht also wieder steil aufwärts bei Peter. Ebenfalls unter der 1:30 Stunden Marke blieb Markus Wintersig in 1:29:55 Stunden. Sonst eigentlich eher selten über solch lange Distanzen im Einsatz, freute auch er sich über die klasse Zeit auf dieser Hammerstrecke. Christoph Klauser, der aufgrund seiner langwierigen Erkältung noch nicht in Topform war, ging das Rennen bewusst ruhig an und kam in 1:35:42 Stunden ins Ziel.
Mit der Mannschaft reichte es zum fünften Platz, was ob der Leistungsdichte sehr stark ist. Sehr häufig wurde der SVR von den Moderatoren erwähnt, die Insel hat nicht nur das Weltkulturerbe zu bieten, sondern wurde in letzter Zeit auch durch die starke Läufertruppe landauf und landab bekannt, so ein sinngemäßes Zitat des Sprechers bei der Siegerehrung. Alle sechs hatten sich den anschließenden Kaffee und Kuchen bei der Siegerehrung wohlverdient.

Waldlauf 2016

Mit einem starken Team reisten die Reichenauer nach Riederich (Nähe Reutlingen). Da mittlerweile eine sehr starke Trainingsgruppe auf der Insel zusammengewachsen ist, präsentiert sich das Reichenauer Team mittlerweile auch überregional wieder an der Spitze. Schon Tage zuvor wurde die Teilnehmerliste analysiert, eigene Berechnungen hatten eine Medaillenchance der Reichenauer ergeben, dafür müsste aber alles passen. Berechnungen sind hier aber ohnehin nur Theorie, im Wettkampf kann vieles anders laufen als erwartet, somit half nur eines: RENNEN. Am Wettkampftag erstrahlte die Wettkampfstätte in hellem Sonnenlicht mit Temperaturen um die 15 Grad. Beste Bedingungen also. Die Strecke, die aus einer etwa 1,8km langen Runde bestand, die bei der Langstrecke fünf Mal zu laufen war, hatte es ganz schön in sich. Die erste Hälfte der Runde ging bergab, die zweite Hälfte wieder bergauf. Flachpassagen hatte es so gut wie keine. Nur drei Wochen nach seinem Marathon war Jens Ziganke schon wieder gut in Schuss, er lief von Anfang an in der Spitzengruppe. Nach etwa 3,5 Runden löste sich der bereits mehrfach im Nationaltrikot gelaufene Marcel Fehr (SG Schorndorf, Bestzeit 5000m 13:38min) aus der Gruppe. Jens konnte anschließend ebenfalls einen Vorsprung auf seine Konkurrenten herauslaufen und mit 16 Sekunden Rückstand auf Fehr als Zweiter in 29:36min die Ziellinie überqueren. Zweitschnellster Reichenauer war David Jansen. Auch er kam mit der anspruchsvollen Strecke gut zurecht und lief in 33:53min auf den 12. Platz. Stephan Okle folgte auf dem 14. Rang in 35:25min. In der Zeitaddition kam man auf 01:38:54h, was in der Mannschaftswertung den zweiten Platz und damit die Silbermedaille bedeutete. Auf den ersten Platz (LG Steinlach) fehlten nur etwa 1,5 Minuten. Damit hatte der SVR am Ende des Tages einen Vizemeistertitel in der Einzel- sowie in der Mannschaftswertung auf der Habenseite stehen. Zufrieden durfte man vor der Heimreise noch eine Wurst verspeisen, als Nachtisch schenkte uns der ausrichtende TSV Riederich dann noch die letzten Stücke Kuchen vom Buffet um ausreichend Energie für die Heimfahrt zu haben. Etwas mehr Energie (allerdings in Form von Benzin) benötigte dann auch das Auto, schließlich musste das Gewicht von insgesamt vier Silbermedaillen zurück transportiert werden.

Erster Schauplatz der Crosslaufserie 2016/17 war am Sonntag das Terrain rund um die Hochwart. Eine Läuferschar von 249 Personen fand sich hinter der Gemüsehalle ein, um sich durch Dreck, Matsch und giftige Anstiege zu kämpfen. Höhepunkt war wieder einmal der Anstieg mitten durch die Reben bis hinauf zum Hochwartgipfel, der beim Hauptlauf gleich drei Mal passiert werden darf. Den Anfang machten aber zunächst die Kleinsten, der Läufernachwuchs misst sich auf einer Strecke von etwa 900m. Hier konnte Johanna Bielak den 12. Platz in der Altersklasse WK U12 erzielen, Nils Wohlhüter belegte den 6. Platz in der MK U10.
Die Jugendlichen hatten anschließend eine etwas längere Strecke von 1.800m zu absolvieren. Dort belegte Michal Bilak den 8. Rang in der MJ U14, Claudius Wetzel landete in der MJ U16 auf dem 4. Platz. Sieger der Herzen auf der Jugendstrecke war Aaron Sättele. Leider hatte er den Startschuss verpasst, um dennoch zu laufen reihte er sich außer Konkurrenz am Ende des Feldes kurz nach der Startlinie ein, zwar ist damit eine offizielle Wertung nicht mehr zulässig, Aaron arbeitete sich aber dennoch in außerordentlicher Geschwindigkeit durch das ganze Feld nach vorne und baute einen ordentlichen Vorsprung auf. Damit hat er eindeutig gezeigt, dass er in dem Feld mit Abstand der stärkste Läufer war, weshalb er sich über das Missgeschick nicht lange ärgern sollte. Es bleiben noch drei Läufe um den Gesamtsieg klar zu machen, und nach diesem starken Auftritt wird es die Konkurrenz dort sehr schwer haben gegen ihn.
Um 10:40 Uhr gab dann Berno Spicker den gemeinsamen Startschuss der Kurzstrecke und des Hauptlaufs. Mit einer amüsanten Ansprache vor dem Abfeuern der Startpistole hatte er dafür gesorgt, dass so mancher mit einem sichtbaren Grinsen auf dem Startfoto zu sehen ist. Viele konnten die gute Laune vom Start mit auf die Strecke nehmen, so zum Beispiel Michaela Wintersig, sie belegte auf der Kurzstrecke den 2. Platz in der
WJ U20. Gewohnt stark lief auch Bruno Spitzhüttl auf den 2. Rang der MJ U18. Danach folgten Schlag auf Schlag Vital Breig bei seinem ersten Crosslauf und Fabio Gasser. Die MJ U20 gewann sein Bruder Jannis Gasser. Nach langwierigen Verletzungsschwierigkeiten und daraus folgendem Trainingsrückstand begnügte sich Peter Wehrle heute auch mit der Kurzstrecke. Dort konnte er in der Männerklasse den 2. Platz belegen. Bei den nächsten drei Läufen der Serie möchte er aber wieder über die volle Distanz angreifen. Knapp hinter Peter folgte auf dem 3. Rang Manuel Soriano. Ähnlich wie Peter, war auch Christin Wintersig die letzten Tage nicht ganz schmerzfrei gewesen und war daher nur sehr wenig im Training gelaufen, musste sich beim Hauptlauf aber dennoch nur Dauerkonkurrentin Laura Knörr (TV Konstanz) geschlagen geben. Mit dem zweiten Gesamtplatz und der Zeit war sie unter diesen Umständen sehr zufrieden. Es wird bei den nächsten drei Veranstaltungen aber sicherlich noch heiße Duelle zwischen den beiden geben. Ein spannendes Rennen gab es auch zwischen Elena Blum (9. Gesamt) und Manuela Rometsch (10. Gesamt), beide schafften es unter die Top 10 der Frauen, zudem konnten beide jeweils ihre Altersklasse gewinnen.
Schnellster Reichenauer Mann war David Jansen, der wieder einmal seine starke Form unter Beweis stellte. Er kam auf den 6. Gesamtplatz des Männerfeldes. Dahinter konnte Lukas Gasser überzeugen, hatte er beim letzten Cross auf der Insel etwas forsch begonnen und musste seinem hohen Anfangstempo gegen Ende Tribut zollen, ging er dieses Mal zwar ähnlich forsch an, wurde aber die ganze Zeit nicht langsamer und konnte einen starken 10. Gesamtplatz erzielen. Auf dem 12. Rang folgte Stephan Okle, der mit der aktuellen Crosslaufserie in die Seniorenklasse M30 aufgestiegen ist, obwohl er noch fast ein Jahr vom 30. Geburtstag entfernt ist. Zufrieden mit seiner Leistung wird er in nächster Zeit wohl noch nicht an den Ruhestand denken. Einen Großteil des Rennens hatte er mit dem zehn Jahre jüngeren Marco Sättele zu kämpfen, der mutig anlief und lange Zeit vor Stephan lag, dann aber auf der Schlussrunde sein Tempo nicht mehr ganz halten konnte. Dennoch sprang eine starke Zeit und ein sehr guter 16. Gesamtplatz heraus. Dahinter kam auf dem 18. Platz Markus Wintersig ebenfalls sehr weit vorne platziert ins Ziel. Gute Leistungen zeigten dahinter auch Fabian Greis, Karl-Heinz Keller, der 2. der M55 wurde, Walahfried Deggelmann, Berndt Wagner und Pavel Borisov.

Hier die Ergebnisse im Überblick:

Frankfurt Marathon Jens Ziganke Bei den im Rahmen des Frankfurt-Marathons ausgetragenen deutschen Marathonmeisterschaften konnte Jens Ziganke eine neue persönliche Bestleistung sowie eine Top-Platzierung bei nationalen Titelkämpfen erzielen. Jens hatte sich dieses Mal vorgenommen etwas vorsichtiger anzugehen und möglichst auf der zweiten Hälfte nicht langsamer zu werden. Von Beginn an lief er in der Gruppe um die Deutsch-Afrikanerin Fate Tola, die später Gesamtzweite bei den Frauen und deutsche Meisterin wurde. Dies brachte auch unseren Sponsoren auf dem SVR-Trikot einige Öffentlichkeitswirkung ein, Jens war sehr oft und lange in Vollbild in der Liveübertragung im TV zu sehen, da die Kameras meist auf diese Gruppe um Fate Tola gerichtet waren.

Die Gruppe passierte die erste Hälfte in 1:12:30 Stunden, so wie es der Plan gewesen war. Auf der zweiten Hälfte durch Frankfurts Straßenschluchten wurde Jens dann gegen

Ende nur minimal langsamer. Beim Zieleinlauf in der Frankfurter Festhalle im Schatten der großen Bankentürme, blieb die Uhr bei 2:26:25 Stunden stehen. Damit war Jens über eine Minute schneller als seine bisherige persönliche Bestleistung. Zudem belegte er damit in der DM-Wertung den starken 14. Platz. Entsprechend zufrieden zeigte er sich danach, auch über die Marathondistanz einen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

Ein unerfreulicher Anlass führte zur Entstehung dieser Veranstaltung in Sigmaringen. Im Mai dieses Jahres verunglückte der Triathlet Karsten Pfeiffer bei einem Wettkampf in Österreich mit dem Rennrad so schwer, dass er querschnittsgelähmt war. Sein Verein, das Ausdauerleistungszentrum (ALZ) Sigmaringen, bemüht sich seit dem tragischen Vorfall sehr um den verunglückten Kameraden. So kam es, dass ein Spendenlauf ins Leben gerufen wurde, unter anderem um die Wohnung behindertengerecht umzurüsten. Drei Athleten vom SVR (Christin Wintersig, David Jansen und Stephan Okle) waren beim Lauf mit dabei, um dort das Nützliche (Helfen) mit dem zu verbinden, was sie ohnehin andauernd machen (Laufen). Kaum hatte Stephan Okle in der Ausschreibung bemerkt, dass der 5 km-Lauf 20 Minuten vor dem 10km-Lauf gestartet wurde, war auch schon die Idee geboren, beide Läufe zu absolvieren, das Zeitfenster von 20 Minuten für 5km war hierfür prädestiniert. Der momentan äußerst fitte David Jansen war von der Idee ebenfalls sehr schnell angetan. Durch den Doppelstart wurde somit auch das Doppelte gespendet, also eine gute Sache. Während Stephan beide Läufe kontrolliert unter 4er Schnitt laufen wollte um somit auf zügige 15 Kilometer zu kommen, ließ David es sich nicht nehmen jeweils vorne mitzugehen. So kam er über 5km schon nach 17:18 Minuten auf Platz 5 ins Ziel und hatte noch ausreichend Zeit sich zu der etwa 500 Meter entfernten Startlinie des 10km-Laufes zu begeben, an der er dann mit noch etwas weichen Knien stand. Stephan lief die 5km kontrolliert in 19:22 Minuten, erreichte dadurch die Startlinie des 10km-Laufes allerdings erst etwa eine halbe Minute nachdem der Startschuss ertönt war. Aus ungewohnter, aber interessanter Perspektive arbeitete er sich durch fast das gesamte Läuferfeld bis auf Platz 15 vor, gestoppt wurde er dann mit 39:22 Minuten (abzüglich der halben Minute waren es netto 38:50 Minuten). David, der seinen Startplatz ja schon vorne eingenommen hatte, drückte wieder einmal ordentlich auf das Gas und lief nach den ohnehin schon starken 5km auch noch eine persönliche Bestleistung über 10km, in 36:51 Minuten schaffte er es wiederum auf den fünften Gesamtplatz und den ersten in der Hauptklasse.
Christin Wintersig zog es vor, sich auf eine Strecke zu konzentrieren, sie entscheid sich für die 10km-Strecke. Nachdem sie anfangs noch mit schweren Beinen zu kämpfen hatte, kam sie nach und nach besser in Tritt. In starken 41:11 Minuten musste sie nur Ricarda Hotz, der Siegerin vom Insellauf, den Vortritt lassen. In der weibliche U20 siegte sie.
Bei traumhaftem goldenem Oktoberwetter waren über 600 Läufer ans Sigmaringer Donauufer gekommen um laufend zu helfen.

Als letzten härteren Vorbereitungslauf für den am kommenden Sonntag anstehenden Frankfurt-Marathon nutzte Jens Ziganke den 31,65km langen Lauf im Schwäbischen. Dabei hatte er die gesamte Strecke mit Kay-Uwe Müller (TSG Schwäbisch Hall) einen starken Konkurrenten im Nacken. Gemeinsam trieben sie sich über die Strecke zu einer guten Zeit. Trotz zwischenzeitlicher Magenprobleme hatte Jens am Ende den längeren Atem und konnte in 1:53:04,2 Stunden mit 3 Sekunden Vorsprung vor Müller die Ziellinie überlaufen. Man darf sich also gespannt auf den Marathon in der Mainmetropole freuen, dieser wird im Übrigen am Sonntag (30.10.) ab 09:55 Uhr live im Hessischen Rundfunk übertragen.

Zum Seitenanfang